Inklusion

Einleitung

Die Verbandsmusikschulen des Kantons Thurgau leisten mit dem Angebot "Inklusion" einen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Entwicklung, die w√§hrend des Europ√§ischen Kongresses "Die Stadt und die Behinderten" am 23. und 24. M√§rz 1995 in Barcelona in Gang gesetzt wurde. In der resultierenden "Erkl√§rung von Barcelona" sind die Kommunen unter Artikel VI aufgerufen, "den Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur- und Freizeitangeboten und allgemein zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde zu erm√∂glichen." Die darauf folgende UN-Konvention √ľber die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde Ende 2006 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) verabschiedet. 

Am 15. April 2014 hat die Schweiz in New York die UNO-Behindertenrechtskonvention als 144. Staat ratifiziert.

Mit der Unterzeichnung verpflichten wir uns, die Rechte, Bed√ľrfnisse und M√∂glichkeiten der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben f√ľr Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Dieser Anspruch wird unter dem Begriff "Inklusion" diskutiert und schrittweise umgesetzt.

Inklusion meint hierbei etwas grunds√§tzlich anderes als Integration. Bei der Integration √∂ffnet sich das System f√ľr unterschiedlichste Menschen. Diese m√ľssen sich aber weiterhin den Gesetzm√§ssigkeiten des Systems anpassen. Inklusion hingegen verlangt die Anpassung des Systems an die Bed√ľrfnisse der unterschiedlichen Menschen.

Im schulischen Bereich wird dementsprechend Individualisierung und Differenzierung zum Unterrichtsprinzip. Die Menschen mit ihren Fähigkeiten und Unterschieden stehen im Vordergrund der Unterrichtsgestaltung.

Bild-Quelle: Verband Musikschulen Thurgau

Inklusion im Musikunterricht

Alle Menschen sind fähig, Musik zu erleben und zu produzieren. Sie sind in diesem Sinne musikalisch. Diese Musikalität ist, wie alle menschlichen Anlagen, entwicklungsfähig. Die pädagogische Herausforderung liegt darin, hinter den Begrenzungen die eine Behinderung setzt, die Fähigkeiten zu sehen und einen individuellen Zugang zu finden, der den Weg zum Musizieren öffnet.

Sich abgrenzend von der Instrumentalp√§dagogik, die die Ausbildung musikalischer Fertigkeiten als zentral betrachtet, setzt inklusiver Musikunterricht einen anderen Schwerpunkt. Er er√∂ffnet einen "Spielraum", in dem Emotionen, Beziehungen und Kommunikation entstehen k√∂nnen. Das k√ľnstlerische Erleben und Spielen mit den eigenen M√∂glichkeiten und F√§higkeiten steht im Mittelpunkt.

‚ÄěMenschen mit Behinderung haben oft sogar leichter Zugang zum freiem, authentischem, musikalischem Ausdruck, da sie weniger hemmende, kritisch bewertende Sozialisationserfahrungen mit Musik verinnerlicht haben." (Petra L√∂ytved-Hardegg)

Ziel

Wir m√∂chten Menschen mit Behinderung darin unterst√ľzten, am kulturellen Leben aktiv, vollumf√§nglich und gleichberechtigt teilnehmen zu k√∂nnen.

Musik ist hierf√ľr ein geeignetes Medium, das Raum f√ľr Begegnung schafft und ein Miteinander erm√∂glicht - denn ‚ÄěMusik dr√ľckt das aus, was nicht gesagt werden kann und wor√ľber zu schweigen unm√∂glich ist.‚Äú (Victor Hugo)

Interesse?

... wenden Sie sich bitte an die Schulleitung.

 

Weitere Informationen finden Sie im Downloadbereich im Flyer der Verbandsmusikschulen des Kantons Thurgau: "Weil Behinderung kein Hindernis ist."

Galakonzert 2016 "Extreme JMK"

Ein beeindruckendes Galakonzert unter dem Motto "Extreme JMK" liegt hinter uns. Mit Auftritten des Blasorchesters der Jugendmusik Kreuzlingen, der JMK TEENS und der JMK KIDS durften wir einmal mehr aufzeigen, was mit jungen Musizierenden alles möglich ist.

Alle Bilder finden Sie in unser Galerie.